Wülfingen,
Stammsitz des Geschlechtes der Bock von Wülfingen

Wülfinger zu sein, hatte für die Bewohner dieses Elzer Ortsteiles schon immer eine hohe Bedeutung gehabt. So groß war schon ihr Stolz in der Vergangenheit, dass sie sich mit Erfolg lange Zeit dagegen wehren konnten, dass ihnen wörtlich genommen das Wasser abgegraben wurde. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bemühte sich die Stadt Hildesheim darum, im Leinetal Trinkwasser zu finden. Der Widerstand der Wülfinger war groß. Man verweigerte den Hildesheimern das Befahren Wülfinger Feldwege. Als das Wasserwerk im Jahre1910 an der Gemarkungsgrenze, allerdings auf Poppenburger Grund und Boden errichtet worden war, bot die Stadt Hildesheim an, eine Leitung in das Dorf zu legen und den Wülfingern kostenlos Wasser zu liefern. Der Gemeindeausschuss lehnte das Angebot ab. Erst seit dem Jahre 1955 gab es einen Leitungsanschluß. Nun mußte das Wasser aber natürlich bezahlt werden. Inzwischen arbeitet das Wasserwerk nicht mehr. Der Maschinenraum steht leer. Das im jugendstil gebaute Haus blieb aber als denkmalgeschütztes Baudenkmal erhalten. Der große Lokalstolz und der damit verbundene starke Gemeinschaftssinn haben natürlich ihre historischen Gründe. So ist die Existenz des Dorfes Wülfingen immer eng verbunden mit dem Geschlecht der Bock von Wülfingen. Wenn auch erst 1175 in einer Urkunde des Bischof Adelog von Hildesheim ein Hermann von Wülfingen erwähnt wird, so wird man davon ausgehen können, daß der Ursprung des Ortes in der Siedlung eines "Wulf” zu sehen sein wird, die in die vorfränkische Zeit zurück reicht. Die Bock von Wülfingen sind als Lehnsmannen und auch Dienstmannen der Grafen von Poppenburg und der Bischöfe von Hildesheim bekundet. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts ist Wülfingen der Stammsitz des Geschlechtes. Jürgen Huck spricht in seiner Familiengeschichte "Die Bock von Wülfingen" von einem " freien Sattelhof bei dem Kirchhofe belegen, nebst sechs Hufen Landes zehntfrei, 1423 geheten de Tornehof (Turmhof)". Dieser befestigte Adelssitz, im Volksmund allgemein Burg genannt, soll im 16. Jahrhundert den Ansprüchen für einen adligen Wohnsitz nicht mehr genügt haben und auch langsam verfallen sein. Zerstört wurde der Turmhof vermutlich am 24.05.1641. Das Geschlecht der Bock von Wülfingen verlegte seine Stammsitze nun nach Elze und Bockerode.
(Auszug aus der Geschichte des Dorfes Wülfingen)
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